Wir treffen Stéphane Bréhin von Averton in Frankreich, wie er im Hof des Schlosses von einem seiner Kunden arbeitet. Diese malerische Kulisse hat uns gewissermaßen irregeführt. Wir sahen einen uralten Beruf an einem historischen Ort, ohne zu erkennen, dass dieser Hufschmied auf sehr moderner Weise seine Arbeit erledigt und sein Unternehmen Weise führt.

The French farrier Stéphane Brehin at work in a castle

Mit 17 Jahren fing Stéphane an der berühmten staatlichen Hufschmied-Schule Harras du Pin in der Normandie an. Er zeigte als Student ein großes Talent, absolvierte sein Diplom nach 3 Jahren und musste dann seinen Wehrdienst machen. Seine Fähigkeiten gingen nicht verloren: er wurde Militärhufschmied in Fontainbleau. Danach arbeitete er ein Jahr an verschiedenen Stellen, um Erfahrung zu sammeln.
1995 gründete er sein eigenes Unternehmen und wurde unabhängiger Hufschmied. Jahrelang nahm er an Hufschmied-Wettbewerben teil, wurde 3 mal französischer Meister und gewann den 3. Platz bei den europäischen Meisterschaften 2002.

The French farrier Stéphane Brehin at work

Bréhin hat sein Unternehmen gut organisiert. Er beschlägt nur Sattelpferde in jeder Disziplin. Stéphane spezialisiert sich auf die Arbeit mit jungen Pferden, damit sie ein gutes Gleichgewicht erreichen, bevor sie 18 Monate alt sind. Stéphane beschlägt im Durchschnitt 6 Pferde am Tag und seit der Gründung seines Unternehmens unterrichtet er Auszubildenden. Am Anfang hat dies ab und zu mal zu komischen Situationen geführt, dass der Auszubildende viel älter war, als der Meister. Mit seinem guten Ruf kann er seine Kunden aussuchen. Seine Kriterien sind einfach aber effektiv: es muss ein „Klick“ geben, der Kunde muss seinen Service bezahlen können, Es müssen richtige Arbeitsbedingungen herrschen und die Entfernung darf nicht zu weit entfernt sein. Nicht zu weit entfernt? Ja. Seine Kunden befinden sich in einem Kreis von maximal 40 Minuten von seiner Heimadresse.

Denken Sie über Ihre Arbeit nach, um sie zu verbessern

Stéphane’s Rat für das Beschlagen von Sattelpferden:
- erwarten, dass das Beschlagen einige Wochen halten wird; beachten Sie, dass das Horn wachsen wird
- denken Sie über die Sache nach: überprüfen Sie Ihre Arbeit nach dem Beschlagen und auch nach 8 Wochen und fragen Sie sich, wie man das Ergebnis verbessern kann.

Was man die Studenten unterrichtet, muss man selber können

Neben seiner Arbeit als Hufschmied unterrichtet er einige Tage die Woche in einer Hufschmied-Schule. Typisch für Bréhin, diese Arbeit zwingt ihn dazu, seine Arbeit kritischer zu betrachten. Weil, „Was man die Studenten unterrichtet, muss man selber können“.
Diese Vision führt zu einem anderen Aspekt von Bréhin; er beschäftigt sich immer mit Innovationen. Während unseres Gesprächs zeigte er Bilder auf seinem iPhone von seinen eigenen – privaten - Tests mit Mustad Kupfer Nägeln. Er wollte für sich sehen, ob diese neuen Nägel weniger Verschmutzung im Horn hinterlassen. Er erzählt uns, dass er bei der Entwicklung der Mustad LiBero vorderen Zehenkappe involviert war. Aber seine Innovative Betrachtungsweise hält nicht bei seiner Arbeitsbox an, sondern auch bei seiner Art, sein Unternehmen zu organisieren. Ein elektrischer Schmiedeofen?, Besser für die Umwelt, gut, um Kosten zu reduzieren. Das hat Bréhin schon vor 10 Jahren entschieden. Noch ein Beispiel: er hat einen Computer und einen Drucker in seinem Transporter installiert. Arbeit fertig, Rechnung ausgedruckt und gespeichert, der Kunde kann direkt bezahlen! Aber dieser Computer hat auch ein Archiv mit Information über jedes Beschlagen, das er je gemacht hat, er kann alle Informationen über jedes Pferd aufrufen, das er schon behandelt hat!

The French farrier Stéphane Brehin anvil and tools

Die Situation von Bréhin ist nicht typisch für Frankreich. Dadurch, dass er detaillierte Information, gute Qualität und einen sehr guten Service anbieten kann, und dadurch, dass er sein Engagement für die Pferde zeigen kann, hat er den Respekt seiner Kunden verdient. Das Ergebnis: er kann es sich leisten, im Durchschnitt 6 Pferde am Tag in einem kleinen Kreis zu beschlagen. Dies ist fast perfekt; es kommt ihm zugute, weil die Arbeit weniger strapaziös für seinen Körper ist. Es ist auch besser für seine Kunden und vor allem für ihre Pferde. Und last but not least gibt es ihm die Möglichkeit, sein Wissen mit seinen Studenten und seinen Lieferanten zu teilen.

The French farrier Stéphane Brehin at work on a castle

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