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Portrait of the Swedish farrier Jörgen Nordqvist

Stellen Sie sich vor, Sie sind 18 Jahre alt und immer wieder taucht Ihr Hufschmied nicht auf. Was würde Sie tun?
Jörgen Nordqvist ist auf dem Land in Schweden aufgewachsen, neben einem Pferdehof. In Alter von 10-11 Jahren durfte er mit den Pferden seines Nachbarn alles machen. Zusammen mit seinem Großvater hatte er ein Fjordpferd und er kann sich daran erinnern, wie er beim Umzug von Sankt Lucia mitmachte (eine schwedische Tradition, das christliche Lichtfest) und wie er mit dem Weihnachtsmann herumfuhr. Und ja, im Alter von 18 Jahren machte Jörgen das, was ganz wenige Leute es wagten, zu tun, er fing an, seine Pferde ganz allein zu beschlagen.
Eine Sache folgte der anderen. Nach 10 Jahren, vielen Kunden und vielen Pferden entschied sich Jörgen, seinen Beruf offiziell zu machen und ging in die Hufschmiedschule in Skara. Zu diesem Zeitpunkt dauerte der Kurs 6 Monate und Hufschmied war ein geschützer Beruf.
Nachdem er mit der Schule abgeschlossen hatte, wurde Nordqvist zum richtigen Fachmann für das Traben.

Lassen Sie mich erstmal zeigen, was ich machen kann

Eines Abends irgenwann in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts wurde Jörgen von dem berühmten Trabpferd-Trainer Stig H. Johansson angerufen, der ihn gebeten hat, seine Pferde zu beschlagen. Zunächst war er sprachlos, dann war seine Anwort sehr bodenständig: “Lassen Sie mich Ihnen zeigen, was ich machen kann, und dann können Sie entscheiden, ob wir weitermachen oder nicht.” Sie haben einen Termin für den folgenden Freitag ausgemacht. Nordqvist hat zwei Pferde beschlagen; am folgenden Montag fingen sie an, zusammen zu arbeiten.

Alles versuchen. Wenn es nicht funktioniert, dann mindestens wissen Sie es

185 Trabpferde erster Qualität, minimal beschlagen mit einer Intervalle von 3 Wochen. Es war eine schöne aber anspruchsvolle Arbeit, bei der Jörgen jede mögliche Seite der Welt des Trabrennens kennenlernte. “Arbeiten mit einem guten Trainer ist eine Inspiration und eine Herausforderung zugleich, weil sie sehr viel über Pferde und Beschlagen wissen.” Und mit Stig H. Johansson war die Devise ”Alles probieren. Wenn es nicht geht, dann mindestens weiß man das und man kann etwas anders probieren”. Einer dieser Versuche war die Verwendung von gefalzten Hufeisen an den Hinterfüßen anstelle von einfachen gestanzten Hufeisen. Sie waren die ersten, die dies mit Rennpferden gemacht haben, jetzt ist es weit verbreitet. Er hat viel davon gelernt. Nach 5 Jahren harte Arbeit bekam er ein Angebot, als Lehrer an der staatlichen Schule in Skara anzufangen. Nordqvixt entschied sich, seine Karriere zu ändern. Er wurde hauptamtlicher Lehrer an seiner früheren Schule.

The Swedish farrier Jörgen Nordqvist forging a horseshoe

“Ich mag es wirklich, Hufschmiede auf ihren Beruf vorzubereiten. Der Kurs läuft jetzt 3 volle Jahre. Die Industrie ist anspruchsvoller geworden, deshalb müsssen meine Schüler alle Aspekte ihres zukünftigen Berufes kennenlernen, viel mehr als ich, als ich in die Schule ging”. Seit 2015 ist das Hufschmiedhandwerk kein geschützer Beruf in Schweden mehr. Aber für eine therapeutische Behandung braucht man eine Lizenz von der schwedischen Agrarbehörde.

Ich kann es nicht ertragen, Pferde mit Bewegungsproblemen zu sehen, wohlwissend, dass man es hätte vermeiden können

Blut ist dicker wie Wasser; Jörgen hat die praktische Arbeit des Hufschmieds vermisst. Nach einigen Jahren entschied er, seinen Unterricht auf 3 Tage in der Woche zu begrenzen und mit seinem Geschäft wieder anzufangen, mit so vielen Disziplinen wie möglich, damit seine Studenten von seinen Erfahrungen lernen konnten.
1998 wurde er vom holländischen Züchter, John Bootsman, gebeten, seine Fohlen zu korrigieren. Dies wurde zu einer neuen Verschiebung seiner Arbeit. Weil er dies mit großer Leidenschaft macht, seitdem und jetzt behandelt er 300 bis 400 Fohlen im Jahr.”Ich bin ganz besessen mit diesem wichtigen Teil meiner Arbeit, weil ich es nicht ertragen kann, erwachsene Pferde mit Bewegungsproblemen zu sehen, wohlwissend, dass dies nicht geschehen wäre, hätte man sie als Fohlen korrigiert”. Nordqviat fängt an, die Fohlen zu korrigieren, wenn sie nur 10 bis 12 Tage alt sind: Weil die Hufe der Fohlen schnell wachsen, werden sie mit Kunststoffhufeisen alle 3 Wochen beschlagen. Die Hufeisen werden nach 10 bis 12 Tagen entfernt, den Rest der Woche gehen sie Barfuß.

The Swedish farrier Jörgen Nordqvist examining a foal in a stable

Wenn man Jörgen um Rat fragt, für Hufschmiede, die selbst mit dem Korrigieren von Fohlen anfangen wollen , sagt er sofort: “Machen Sie es nicht! Fang an, mit einem Hufschmied zu kooperieren, der Erfahrung in diesem Bereich hat, um die richtige Einsicht zu bekommen.” Weil jeder Fehler verheerende Konsequenzen haben kann. Ein Beispiel ist der Unterschied zwischen Reitpferden und Trabpferden, generell müssen Reitpferde von innen nach außen korrigiert werden, Trabpferde von außen nach innen.

Beschlagen für Traben und Reitenkommen sich immer näher

Nordqvist möchte auch seine Erfahrungen mit Traben teilen. Es gibt einen Trend beim Traben, dass man barfuß rennt. Jörgen warnt vor dem Gefahr für nicht profis (davon hat Schweden viel). Die Pferde werden oft nicht getrimmt nach einem Rennen, obwohl der Huf beim Rennen ungleich verschlissen wird. Hier ist die Verletzungsgefahr sehr hoch. “Beschlagen für Traben und Reitenkommen sich immer näher”, sagt Jörgen. Die Form, die Merkmale, das Gedwicht und die Qualität der modernen Hufeisen erlauben einen etwas allgemeineren Absatz.
In Sache Hufnägel ist Nordqvist sehr direkt, “Ich habe sie alle ausprobiert, aber es gibt keinen besseren Nagel als der Mustad Nagel”. Er hat immer den FJ Nagel für das Beschlagen der Trabpferde verwendet, aber seit einigen Monaten hat er einen neuen Favorit: den TN (Trab Nagel) 3 Nagel. Jörgen ist skeptisch über die Verwendung von Kupfer, weil er keinen Vorteil darin sieht. Aber er ist eher bereit, mehr über die Endura-Beschichtung und ihre Wirkung auf die Stärke des Nagels und die Eigenschaften beim Nageln zu wissen.
Nordqvist macht sich Sorgen über das Klima in der Welt des Trabrennens. Die ganze Aufmerksamkeit gilt der Elite, wobei die kleineren Bahnen mehr Unterstützung erfahren sollten. Die Elite verdient sowieso das Geld, also warum kann man nicht in der ganzen Breite des Sports investieren, um ein breiteres, jungeres Publikum anzuziehen. Alle wurden davon profitieren.

Sein Rat für Hufschmiede, die anfangen wollen, für das Traben zu beschlagen:
- Sei eine Verlängerung des Trainers, er kennt seine Pferde durch und durch, vor allem ihr Gleichgewicht
- wie beim Korrigieren von Fohlen: anfangen damit von einem erfahrenen Kollegen zu lernen

Mit seinen 40 Jahren Erfahrung in der Industrie und seine Leidenschaft für seinen Beruf ist Jörgen Lindqvist ein Mann mit viel Wissen, das er teilen möchte. Mit einem Ziel: die Pferde kommen zuerst.

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